Sonntag , 5. Februar 2023
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Kakerlaken in der Wohnung – was tun?

In Deutschland sind Kakerlaken zwar seltene Schädlinge, die eine Wohnung befallen. Umso wichtiger ist es jedoch, zu handeln, wenn es zu einem Kakerlaken-Befall kommt. Die Insekten erregen nicht nur Ekel und machen sich über Küchenvorräte her, sondern übertragen auch Krankheitserreger.

Welche Hausmittel gibt es gegen Kakerlaken in der Wohnung und wie kann man die Schaben mit professioneller Hilfe bekämpfen?

Was sind Kakerlaken – Definition & Aussehen

Kakerlaken sind Insekten der Art Schabe. In Deutschland sind sie auch als Küchenschabe bekannt. Diesen Namen haben sie erhalten, da es sich bei ihnen um Vorratsschädlinge handelt, die sich gerne von den Lebensmitteln, Resten und Abfall ernähren, den man in Küchen und Abstellkammern lagert.

Auch wenn die Schaben feuchte und weiche Nahrung wie faulende Lebensmittel bevorzugen, sind sie grundsätzlich Allesfresser. Deshalb können bei einem Schabenbefall jegliche organische Materialien wie Möbel und Klamotten beschädigt werden.

Da es sich bei ihnen auch um Hygieneschädlinge handelt, die Krankheiten übertragen können, muss man die Schaben bekämpfen, wenn man sie in der Wohnung bemerkt.

Die erste Kakerlake, die man zu Gesicht bekommt, ist bereits Grund zum Handeln. Schaben leben nämlich versteckt und vorwiegend im Dunkeln. Sie leben bevorzugt in großen sozialen Gruppen, vermehren sich schnell und verbreiten sich invasiv. Sieht man eine Kakerlake, kann man davon ausgehen, dass sich bereits mehrere Insekten in der Wohnung verstecken.

Wie sieht eine Kakerlake aus?

Grundsätzlich sind alle Kakerlaken längliche und flache Insekten mit Flügeln, die – wenn inaktiv – ihren Rücken bedecken. Sie haben sechs Beine mit feinen Borsten und zwei lange Antennen, die von ihrem Kopf nach vorn abstehen, die noch einmal so lang oder länger sind als der Kakerlaken-Körper selbst.

Es gibt verschiedene Arten an Kakerlaken, mit einem leicht unterschiedlichen Aussehen, die sich in deutschen Wohnungen verbreiten können. Dazu gehören:

Art Deutsche Schabe Orientalische Schabe Amerikanische Schabe
Größe 12 bis 15 mm 25 bis 30 mm 28 bis 44 mm
Farbe Hellbraun mit zwei dunklen Längsstreifen auf der Brust/dem Rücken. Dunkelbraun bis Schwarz. Bei Weibchen sind die Flügel weniger entwickelt als bei Männchen. Rötlich-Hellbraun mit einem gelben Kopf/Vorderbrustbereich.

Kakerlaken können mit den Bernstein-Waldschaben verwechselt werden. Sie sehen ähnlich aus, sind aber keine Vorrats- und Hygieneschädlinge. Die Waldschaben können durch Licht und Pflanzen in die Wohnung gelockt werden, halten sich dort aber in der Regel nicht lange auf. Da sie keine Gefahr oder Schädlinge sind, muss bei ihnen kein Kammerjäger eingeschaltet werden.

Wie erkennt man einen Kakerlakenbefall?

Kakerlaken sind Insekten der Art Schabe. In Deutschland sind sie auch als Küchenschabe bekannt.
Foto: unsplash

Kakerlaken können ihre Körperhöhe auf bis zu drei Millimeter reduzieren. Da sie es gerne dunkel mögen und nachtaktiv sind, sieht man meist zuerst Anzeichen für den Kakerlakenbefall, statt die Insekten selbst.

Die folgenden Punkte sind Anzeichen für einen Kakerlakenbefall:

  • Fressschäden an Lebensmitteln
  • Fressschäden an anderen organischen Materialien wie Holz oder Textilien
  • Häutungsreste der Kakerlaken
  • Eier der Kakerlaken (je nach Art weiß, braun oder grau-schwarz)
  • Kot der Kakerlaken (wenige Millimeter lang, schwarz & krümelig)
  • Bei starkem Befall: ein süßlicher, fauliger Geruch

Wie kommen Kakerlaken in die Wohnung?

Kakerlaken können auf verschiedenen Wegen in eine Wohnung gelangen. Sie werden nicht zwangsweise durch eine mangelnde Hygiene anlockt. Auch saubere Haushalte können von Kakerlaken befallen werden, wenn sie etwa in infizierten Lebensmittelverpackungen oder Reisegepäck eingeschleppt werden.

Gesundheitliche Risiken

Kakerlaken sind, wie bereits erwähnt, Hygieneschädlinge. Sie übertragen mit ihrem Kot, Speichelresten oder Häutungsresten pathogene Keime. Dazu gehören:

  • Helocibacter pylori
  • Salmonellen
  • Parasiten (Entamoeba histolytica & andere Darmparasiten)
  • Würmer (Zwergfadenwurm, Spulwurm, Peitschenwurm & Bandwürmer)

Durch diese Keime können Erkrankungen ausgelöst werden, wie:

  • Hepatitis
  • Polio
  • Cholera
  • Gelbfieber
  • Ruhr
  • Milzbrand
  • Tuberkulose
  • Lepra
  • Magen-Darm-Erkrankungen

Da die Hygienebedingungen in Deutschland gut sind, tragen die Kakerlaken nicht als Vektor zu einem starken Ausbruch der Krankheiten bei, da sie nur ein Überträger und kein Wirt sind. Hier muss man auch schlimme Erkrankungen wie Lepra und Tuberkulose nicht fürchten. In Ländern mit schlechteren Hygienestandards können die Insekten stärker dazu beitragen, Krankheiten in der Bevölkerung zu verbreiten.

  • Zusätzlich zu den Krankheitserregern haben Studien gezeigt, dass Spuren der Kakerlaken Allergien, Ekzeme und Asthma auslösen können. In den USA gehören Allergene gegen die Kakerlaken zu den am häufigsten mit Asthma assoziierten Risikofaktoren.

Was tun bei Kakerlakenbefall?

Aufgrund von Krankheiten, Allergien und Schäden am Eigentum ist es wichtig, Kakerlaken zu bekämpfen, sobald man Spuren eines Befalls entdeckt. Online findet man dazu viele Ratgeber, die Hygienemaßnahmen und Hausmittel empfehlen.

  • Wegen der schnellen Vermehrung von Insekten und ihrer Neigung, sich zu verstecken, ist es aber die beste Lösung, direkt einen Kammerjäger einzustellen, der das Problem schnell und effektiv löst.

Ist man Mieter, ist es zudem wichtig, den Befall dem Vermieter zu melden, um die Verbreitung schnell einzugrenzen. Wenn nicht nachgewiesen werden kann, dass man die Kakerlaken selbst eingeschleppt hat, ist der Befall ein Sachmangel an der Wohnung, um die sich der Eigentümer kümmern muss. Er bezahlt in dem Fall auch die Bekämpfung.

Hygienemaßnahmen & Hausmittel gegen Kakerlaken

Da es die Schaben gerne feucht und dunkel mögen und sich von faulenden Lebensmitteln ernähren, kann es bereits helfen, wenn man die Wohnung sauber und trocken hält. Diese Methoden dienen aber weniger dem Bekämpfen der Schaben und eher der Prävention vor einem Befall.

Zu guten Handlungen gehören:

  • Müll regelmäßig entleeren
  • schmutziges Geschirr schnell abwaschen
  • Lebensmittelflecken sofort reinigen
  • Vorräte in feste Behälter umfüllen
  • Essensreste & Tierfutter nicht offen herumstehen lassen

So entzieht man den Kakerlaken die Nahrungsgrundlage. Die Schaben können allerdings mehrere Wochen ohne Nahrung überleben. Deshalb ist es bei einem Befall wichtig, ihnen auch den Zugang zu Wasser zu erschweren. Dafür dienen die folgenden Handlungen:

  • Vasen & Gießkannen leeren
  • kein Wasser in Dusche, Badewanne oder Waschbecken stehen lassen
  • Näpfe mit Wasser für Tiere reduzieren & vor allem über Nacht leeren
  • Kondenswasser, z. B. an Fenstern, verhindern

Zudem kann man Ritze an Türen und Co. abdichten, regelmäßig lüften und die Heizung herunterdrehen, um es den Insekten ungemütlicher zu machen und ihnen Orte zum Verstecken wegzunehmen.

Auf chemische Mittel gegen die Kakerlaken sollte man verzichten, insbesondere wenn Kinder und Haustiere in dem Haushalt leben. Sie können von ihnen aufgenommen und eingeatmet werden.

Bei einem milden Befall werden ätherische Öle, etwa von Eukalyptus und Rosmarin, sowie Pfeffer und Essig als Hausmittel gegen die Insekten empfohlen. Sie dienen aber nur zur Abwehr, mit der man Barrieren zu Aufbewahrungsorten für Lebensmittel aufbauen kann.

Kakerlaken professionell bekämpfen

Die beste Lösung gegen Kakerlaken ist es, direkt einen Kammerjäger einzustellen. Da sich das Ungeziefer schnell vermehrt und dabei versteckt, ist der Befall meist bereits viel stärker fortgeschritten, als man ahnt.

Der Kammerjäger kann die Schwere des Befalls einschätzen und effektiv bekämpfen. Sie nutzen unter anderem Klebefallen und Köder mit Fraßgift, die die Tiere durch ihren Geruch anlocken. Krabbeln sie zu dem Geruch, bleiben die Kakerlaken an der Klebefläche hängen. So erhält der Kammerjäger einen Beweis über den Befall und erkennt, um welche Art der Kakerlake es sich handelt.

Danach kann der Kammerjäger die Insekten mit Gift gezielt bekämpfen. Dabei garantiert er, dass keine Bewohner des Haushalts gefährdet werden.

  • Nach einer Woche ist der Befall stark gemindert und nach zwei Wochen ist das Ungeziefer akut bekämpft.
  • Danach sollte der Kammerjäger nach rund vier Wochen noch einmal den Befall kontrollieren. So garantiert er, dass Larven, die aus noch gelegten Eiern schlüpfen können, auch entfernt werden.

Fazit – bei Kakerlakenbefall hilft der Kammerjäger

Kakerlaken sind Vorrats- und Hygieneschädlinge. Sie können sich an Vorräten bedienen, Krankheiten übertragen und Asthma auslösen.

Da das Ungeziefer in sozialen Gruppen lebt und sich versteckt, ist der Befall meist größer als angenommen, wenn man eine Kakerlake sieht. Deshalb ist es wichtig, schnell zu handeln. Die beste und sicherste Lösung ist ein Kammerjäger, der den Befall einschätzen und effektiv bekämpfen kann. Hygienemaßnahmen und Hausmittel dienen eher der Prävention vor einem Befall.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Bauen-Wohnen-Aktuell.de an. Sie schreibt als Journalistin über Hausbau, Inneneinrichtung, Energiesparen, Gartengestaltung, Pflanzen und Haustiere, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@bauen-wohnen-aktuell.de

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