Sonntag , 14. Juli 2019
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Der Terrassen-Bau – Darauf sollten Sie achten!

Eine Terrasse ist ein willkommener Aufenthaltsort im Freien, der den Wohnbereich attraktiv erweitert. Heimwerker, die den Bau selbst vornehmen möchten, müssen allerdings einige entscheidende Dinge beachten, um ein optimales und langlebiges Ergebnis zu erhalten. Die wichtigsten Faktoren hier in der Übersicht.

Die Terrasse im eigenen Garten ist ein beliebter Aufenthaltsort
Foto: Pixabay.com

Die Lage

Bevor Material gekauft und Werkzeuge beschafft werden, muss über die Lage der künftigen Terrasse entschieden werden. Vorausgesetzt es bestehen Wahlmöglichkeiten. Die Himmelsrichtung ist elementar. Während sich auf einer Terrasse, die Richtung Osten zeigt, das Frühstück unter sonnigen Bedingungen genießen lässt, ist die südlich ausgerichtete Terrasse nahezu den ganzen Tag von Sonne verwöhnt. Im Westen hingegen liegt der Fokus auf den Sonnenuntergang. Neben der Himmelsrichtung sind die lokalen Gegebenheiten ausschlaggebend, wie benachbarte Bäume, die Schatten werfen oder Straßenlärm. Die Lage sollte gründlich überdacht werden, um später von idealen Verhältnissen zu profitieren.

Aktuelle Bedingungen analysieren

Damit das passende Material und Equipment bereitgestellt werden kann, sind anschließend die individuellen Bedingungen an der entsprechenden Stelle zu prüfen. Wie ist der Untergrund beschaffen? Sind stützende Elemente erforderlich, um die Terrasse an Abhängen zu stabilisieren? Wird eine Treppe als Zugang zum Garten benötigt? Diese und weitere Fragen gilt es zu beantworten.

Materialbedarf berechnen

Um zu garantieren, dass zum Zeitpunkt des Baus alle nötigen Materialien in ausreichender Menge verfügbar sind, gilt es den Bedarf korrekt zu berechnen. Zunächst wird die Fläche der Terrasse festgelegt. Anhand der Quadratmeterzahl lässt sich anschließend kalkulieren, wie viel Füllmaterial, Platten beziehungsweise Holzdielen sowie Zubehör notwendig sind. Bei der Berechnung des Terrassen-Bodenbelags ist eine Zugabe von zehn Prozent ratsam, da es beim Anpassen zu Verschnitt kommen kann.

Achtung Gesamthöhe

Da für den Terrassenbau mehrere Schichten nötig sind, ist clever zu berechnen, wie tief Rasen beziehungsweise sonstige Untergründe abgetragen werden müssen, um die Fläche später bequem betreten zu können. Die letztendliche Höhe der Konstruktion liegt in der Regel schnell bei rund 50 Zentimetern. Kommt es hier zu Berechnungsfehlern, kann das ärgerliche Folgen nach sich ziehen. Daher ist es ratsam sich ausreichend Zeit zu lassen und sämtliche Daten sorgfältig zu ermitteln. Die Konstruktion wird ausgehend von der Terrassentür geplant. Wie ein barrierefreier Übergang realisierbar ist, wurde hier zusammengefasst.

Fundament und Unterkonstruktion

Ohne das Bearbeiten des Untergrundes kommt man beim Terrassenbau nicht aus. Werden wesentliche Details vernachlässigt, können Frost, die Belastung durch das Begehen und Nutzen der Terrasse sowie Regen und Kleintiere dafür sorgen, dass die Terrasse schnell Unebenheiten aufweist. Im schlimmsten Fall kommt es zu gefährlichen Stolperfallen, weil die Terrasse auf Dauer absinkt und die Konstruktion muss bald vollständig erneuert werden. Um dem vorzubeugen und die Terrasse von Beginn an korrekt zu konstruieren, ist der Untergrund entsprechend zu bearbeiten. Wie der Unterbau genau aussieht, hängt davon ab, welche Oberfläche gewünscht ist.

Soll zum Beispiel eine Holzterrasse auf Rasen entstehen, muss dieser zunächst vollständig abgetragen werden. Das entstandene Loch wird mit mindestens 20 Zentimeter Schotter aufgefüllt, welcher mit einem Rüttler trittfest verdichtet wird. Ein solches Gerät steht in Baumärkten zum Mieten bereit. Schotter dient als Frostschutzschicht. Auf diese Schicht werden durchschnittlich vier Zentimeter Splitt aufgetragen, welcher bei Bedarf mit einem Unkrautvlies bedeckt wird. Darauf folgen dann Terrassenplatten oder eine Betonschicht als Fundament, welches der Terrasse die nötige Stabilität verleiht. Die letzten Arbeitsschritte bestehen im Bau der Unterkonstruktion aus Holzbalken sowie die abschließende Schicht Holzdielen. Müssen bei der Unterkonstruktion mehrere Balken zusammengefügt werden, ist ein Dehnungsabstand von 1,5 Zentimetern einzuplanen, damit das Holz „arbeiten“ kann. Wie die Beplankung der Terrasse gelingt, zeigt die Anleitung des Heimwerker-Magazins unter diy-info.de.

Jede Terrasse muss eine leichte Neigung aufweisen, damit Regenwasser zügig abfließt. „Ideal ist ein Gefälle von etwa zwei Prozent“, rät der Bau- und Gartenmarkt BayWa online im individuell arrangierten Terrassenbau Angebot auf baywa-baumarkt.de. Diese Angabe entspricht pro laufendem Meter Terrassenfläche zwei Zentimeter Gefälle. Bei einer Terrasse von vier Metern Tiefe wären beispielsweise acht Zentimeter Gefälle korrekt. Wird die Unterkonstruktion für die Terrasse vollständig in Eigenregie erstellt, sollte bereits bei der Betonplatte das Gefälle erzeugt werden. Besteht der Unterbau bereits ohne Gefälle, wird mit Hilfe einer Holzkonstruktion die nötige Neigung erreicht. Im folgenden Video wird beispielhaft erklärt, worauf es bei der Unterkonstruktion hinsichtlich des Gefälles ankommt und die korrekte Vorbereitung verdeutlicht:

Abstand zum Haus einhalten

Zwischen Trägerbalken und Hauswand sollte ein gewisser Sicherheitsabstand von einem halben Zentimeter eingehalten werden, um Pilzbefall und Schäden an der Fassade zu vermeiden. Wird das Trägersystem direkt am Haus befestigt, kann das bei Holzelementen, welche ihre Masse durch Feuchtigkeit und Hitze verändern, zu Spannungen führen.

Abschlusskanten und Verkleidung

Bei Holzterrassen aus Dielen ist es für eine exakte Abschlusskante ratsam das Holz zunächst leicht überstehen zu lassen. Zum Schluss wird es mit einer Tauchsäge bündig abgesägt und ein perfektes Ergebnis erzielt. Die Seiten der Terrasse lassen sich mit einer abschließenden hochkant montierten Diele verkleiden.

Oberflächen für Terrassen

Eine Terrasse kann unterschiedlich gestaltet sein. Während Holzdielen einen gemütlichen und wohnlichen Charakter mit sich bringen, zeichnen sich hochwertige Terrassenplatten durch Wetterbeständigkeit und einen geringen Pflegeaufwand aus. Eine Alternative, dessen Nachfrage stetig steigt, sind WPC-Beläge. WPC steht für Wood-Plastic-Composite, was als Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoff übersetzt werden kann. „Er besteht zu einem Anteil von 50 bis 90 Prozent aus Holzmehl und einem entsprechenden Anteil einer Kunststoffmatrix, häufig Polypropylen (PP) und gilt als garantiert splitterfrei“, heißt es in einem Ratgeber zu Terrassenhölzern unter oekologisch-bauen.info

Die Vorteile von WPC:

• rissfest
• splitterfest
• robust
• langlebig
• pflegeleicht
• wetterbeständig / fäulnisbeständig
• attraktive Holzoptiken
• rutschfest
• leichtes & schnelles Verlegen durch Clipsysteme

Wer sich für reines Holz als Untergrund entscheidet, sollte sich auf heimische Hölzer konzentrieren. Besonders geeignet, sind Robinien-, Lärchen- und Douglasien-Holz. Einige Hersteller verleihen durch Temperaturbehandlung auch Kiefern- oder Buchenholz eine verstärkte Wetterfestigkeit. Das Ergebnis nennt sich Thermoholz. Soll stattdessen Tropenholz, wie Bangkirai oder Teak zum Einsatz kommen, ist die Herkunft der Hölzer kritisch zu hinterfragen. Viele Händler legen keinerlei Wert auf den Schutz der Regenwälder und verkaufen Holz aus geschützten Regionen. Dieser Raubbau darf keinesfalls gefördert werden. Der Umwelt zuliebe wären heimische Sorten ratsam.

Beim Verlegen von Terrassendielen sind Breite und Länge zu überdenken. Grundsätzlich gilt: Je breiter die Dielen, desto weniger Zwischenräume fallen an, was sich positiv auf das Gesamtbild auswirkt. Wie lang die Dielen sein müssen beziehungsweise auf welche Länge sie im Idealfall gesägt werden, hängt von der Terrassenfläche ab. Größtenteils schwankt die Länge zwischen 2,45 und knapp 4 Metern. Beim Kauf müssen Transport und das optische Gesamtergebnis einbezogen werden. Während sich vier Meter lange Dielen nur aufwändig transportieren lassen, ist beim Verlegen darauf zu achten, dass sich der Stoß nicht zu nah am Ende der Terrasse befindet. Das wirkt schnell geflickt und gestückelt.

Eine Terrasse muss ja nicht unbedingt aus Holz gebaut werden.
Foto: Pixabay.com

Fällt die Entscheidung für Terrassenplatten, entfällt die Unterkonstruktion und die Platten werden direkt auf den Splitt aufgebracht, der auf Wunsch mit dem bereits erwähnten Unkrautvlies abgedeckt wird. Bei Terrassenplatten würde sich der Bauherr somit einen Arbeitsschritt sparen, dessen Zeitaufwand nicht zu unterschätzen ist. Welche Verlegearten in Frage kommen und worauf es speziell bei Terrassenplatten ankommt, verrät das Verbraucherportal bauen.de

 

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Bauen-Wohnen-Aktuell.de an. Sie schreibt als Journalistin über Hausbau, Inneneinrichtung, Energiesparen, Gartengestaltung, Pflanzen und Haustiere, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@bauen-wohnen-aktuell.de

8 comments

  1. Wir möchten von einem Bauunternehmen eine neue Terrasse bauen lassen. Ein gemütliches Ambiente ist uns dabei wichtig, jedoch haben wir bei Holzböden tatsächlich etwas Bedenken, was den Witterungsschutz angeht. Der Vorschlag, stattdessen einen WPC-Boden zu verlegen, finde ich toll und die Vorteile überzeugen wirklich. Vielen Dank für den hilfreichen Artikel zum Thema Terrassenbau.

  2. Vielen Dank für die Tipps zum Terrassenbau! Da wir gerade unseren finalen Bauplan erstellen, hat mir ihr Tipp zum Abstand halten sehr geholfen. So werde ich jeglichen Schimmel- oder Pilzbefall vermeiden und wenn es nicht klappt, noch die Möglichkeit haben an die betroffene Stelle zu kommen. Sind Sie sich dabei aber sicher, dass ein Abstand von einem halben Zentimeter reicht?

  3. Georg Rangsacker

    Aufgrund der Lage unserer Terrasse konnten wir schon viele Stunden in der prallen Sonne in unserem Garten genießen. Genau wie Sie schreiben ist die Sonne nämlich genau südlich ausgerichtet. Für unsere Gartenterrasse werden wir daher Ihren Tipp zur Lage beherzigen und sie gründlich überdenken.

  4. Wir haben beim Terrassenbau darauf geachtet, dass sie auch als Wohnraum genutzt werden kann. Beim Elias Vertriebspartner hörte ich davon, dass es möglich ist das Offene und Geschlossene zu verbinden. Im Winter nutze ich sie mittlerweile als Wintergarten.

  5. So eine schöne Terrasse will ich mir auch mal bauen. Es muss wirklich ein tolles Gefühl sein auch der Terrasse zu entspannen. Gerade das Gefühl muss gut sein wenn man die Terrasse auch noch gleich selbst errichtet hat.

  6. Franziska Bergmann

    Vielen Dank für den interessanten Beitrag über Terrassenbau. Mein Mann und ich werden demnächst anfangen eine neue Terrasse für den Sommer anzulegen. Die Auflistung der Vorteile von WPC haben mich überzeugt dieses Material zu verwenden.

  7. Michel Deleuze

    Wir sind zuhause noch im Zwiespalt, welchen Bodenbelag wir für unsere neue Sommerterrasse möchten. Ich bin aus pragmatischen Gründen eigentlich für die wetterbeständigen Terrassenplatten gewesen. Ihr Hinweis auf Holz-Kunststoff-Verbundplatten gibt mir aber die Hoffnung, dass wir weder auf Holzoptik noch auf Langlebigkeit verzichten müssen.

  8. Meine Tante möchte eine neue Terrasse. Danke für den Tipp, beim Betonbau vom Fundament eine Neigung zu berücksichtigen, damit Regenwasser abfließen kann. Ich werde darauf achten, dass das Gefälle pro laufenden Meter Terrassenfläche 2 cm beträgt.

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