Mittwoch , 29. Juni 2022
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Ratgeber: Mülltrennung beim Hausbau kann Geld sparen

Beim Hausbau fällt einiges an Müll an, denn bei jeder baulichen Maßnahme kommt es zu Bauschutt und ähnlichem, welches anschließend entsorgt werden muss. Eine fachgerechte, umweltfreundliche und schnelle Entsorgung ist gar nicht so einfach zu bewerkstelligen, jedoch gibt es auch kostengünstige Abhilfe. 

Welche Bauabfälle fallen an und wie erfolgt die Entsorgung?

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Bildquelle: unsplash.com Nutzer: Henry & Co.

Sowohl beim Hausbau als auch bei einer Sanierung, einem Umzug oder einer Erweiterung, es wird immer Müll entstehen. Es handelt sich zumeist um Stoffe, welche unterschiedlich entsorgt werden müssen und hierbei ist die Eigenverantwortung ein großes Thema, denn eine Entsorgung abseits der gesetzlichen Regelungen würde der Umwelt schaden und somit indirekt auch der Gesellschaft. Zudem könnte dies gleichzeitig ein hohes Bußgeld bedeuten.

Welche Bauabfälle entstehen, ist völlig individuell. Beim Hausbau entsteht typischerweise Bauschutt, das sind mineralische Bauabfälle wie Ziegelsteine, welche vom üblichen Müll getrennt werden sollten. Dämmplatten und ähnliche Abfälle, welche nach 2002 nicht in der EU produziert wurden, können mit hoher Wahrscheinlichkeit Giftstoffe enthalten und müssen zwingend separat entsorgt werden.

Sollte es sich um eine Erweiterung beim Hausbau handeln, dann ist es überwiegend Bodenaushub, wie zum Beispiel Sand, Lehm und Ton. Es könnte sein, dass der Bodenaushub mit Stoffen verunreinigt ist. In diesem Fall muss ein Gutachter dies bestätigen und eine separate Entsorgung dessen wäre notwendig. Ganz so kompliziert wie es sich anhört, ist es aber nicht, da der Bodenaushub in einem gesonderten Container abtransportiert werden kann. Die Entsorgung übernimmt dann ein Dienstleister.

Wie verhält sich die Entsorgung bei giftigen Stoffen?

Die Entsorgung von giftigen oder anderen potenziell gefährlichen Stoffen ist anderweitig geregelt. Belastete und verunreinigte Stoffe zählen zur Kategorie „Sondermüll“, hiermit ist beispielsweise Asbest zu verstehen. Dieses ist luft- und staubdicht zu verpacken, sodass Partikel daraus nicht entweichen können. Für den Transport dessen gibt es die „Big Bags“, welche auch über die notwendige Kennzeichnung verfügen.

Weiterer Sondermüll sind aber auch Altöle, Batterien, Farben und Leuchtstoffröhren sowie Energiesparlampen, denn diese enthalten Stoffe, welche wiederum von einem Spezialisten in Empfang genommen werden müssen. Die darin enthaltenen Stoffe werden mit speziellen Verfahren extrahiert, sodass beispielsweise das enthaltene Lithium wieder verwendet werden kann. Außerdem wird darauf geachtet, dass bei alten Lampen das verwendete Quecksilber nicht austritt.

Tipp: Günstiger den Müll entsorgen mit Mülltrennung

Die Entsorgung von Müll ist weitaus günstiger, wenn die Mülltrennung bereits auf der Baustelle berücksichtigt wird. Das bedeutet konkret, dass mineralische Stoffe wie Ziegelsteine oder Beton separat von Kunststoffelementen und anderen Dingen entsorgt wird. Auf der Baustelle gibt es dafür verschiedene Vorgehensweisen, welche ein Bauexperte aber ohnehin meistens berücksichtigt. Allerdings sollte dennoch darauf geachtet werden! 

Für jede Art von Bauabfällen sollte es somit eine eigene Mülltonne 600 l oder Container geben. Diese lassen sich einfach abholen und bei der Deponie angekommen muss dies nicht separat getrennt werden, sodass diese Kosten entfallen. Zu berücksichtigen ist aber, dass hier gewissenhaft gearbeitet wird, damit es auch zum Kostenvorteil kommt.

Müllvermeidung ist jedoch immer günstiger

Die Müllvermeidung ist in jeder Hinsicht aber günstiger, denn in vielen Fällen ist eine Entsorgung unter Umständen gar nicht notwendig. Der anfallende Müll kann mit kreativen Ideen reduziert werden, so könnte der Bodenaushub auf die Terrasse geschüttet werden, um daraus einen Hügel zu formen, der später für die Kinder zum Spielplatz wird.

Beim chemischen Sondermüll wiederum ist es aber dann doch schwieriger, dies wäre bei der Entsorgung auch der größte Kostenfaktor. Dieser kann aber vermieden werden, indem beim Innen- und Außenputz sowie bei den Farben auf natürliche Stoffe gesetzt wird. Ebenso gibt es auch bei der Fassadendämmung neue Materialien, um nicht auf künstliche Varianten zurückgreifen zu müssen. So bieten die ersten Hersteller  dafür bereits Produkte aus Hanf an.

Beim Kauf der Materialien an sich, sollte zuvor auch überlegt werden, wie viel davon nötig sein wird. Kleinere Verpackungen zu kaufen, sorgen wiederum für mehr Müll, wobei größere Gebinde kaum noch Müll produzieren. Insgesamt ist dieser Faktor nicht erheblich, aber auf das gesamte Projekt betrachtet kann dies durchaus eine dreistellige Summe sparen.

Was kostet eine Entsorgung?

Die Entsorgung selbst richtet sich danach, um welche Art von Müll es sich handelt und wie „sauber“ dieser ist. Ein Bodenaushub ohne Verunreinigung kostet bei einem Kubikmeter bis zu 150 Euro mit An- und Abfahrt, wobei dies je nach Region variieren kann. Es gibt aber auch Container mit sieben Kubikmetern, hier würde der Preis zwischen 300 bis 450 Euro liegen.

Der Preis richtet sich aber auch danach, was mit einem Dienstleister vereinbart wurde, denn durchaus können auch Fixpreise vereinbart werden, dafür muss aber zuvor berechnet werden, wie viel Volumen ungefähr anfallen wird.

Sperrmüll wiederum, der bei einer Sanierung anfallen könnte, ist meistens kostenlos zu entsorgen. Eine Abholung dessen kann bei der Stadt beantragt werden, zumeist geschieht dies einmal im Monat. Die Mitarbeiter sammeln die Möbelstücke ein und verwerten den Sperrmüll anschließend.

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