Dienstag , 13. April 2021
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Umweltfreundliche Heizungssysteme: So gelingt nachhaltiges Heizen im Herbst und Winter

Bauherren können bereits beim Bau ihres Eigenheims einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten, indem bei der Wahl des Heizungssystems auf umweltfreundliche Technologien zurückgegriffen wird. Sie tragen dazu bei, Energie zu sparen, den Co2-Ausstoß zu senken und Wärmeverluste zu vermeiden.

Herkömmliche Heizungssysteme wie Öl-, Gas- und Elektroheizungen gehören bei Neubauten längst der Vergangenheit an. Zurecht, hinken sie doch in Punkto Klimaverträglichkeit und Umweltschutz den nachhaltigen Heizungssystemen deutlich hinterher. Mit der Energiewende der Bundesregierung sind diese Heizungssysteme in Zukunft nur noch in Kombination mit nachhaltigen Varianten erlaubt, wie zum Beispiel Solarstromerzeugung oder Windenergie. Alternative Heizungssysteme wie etwa Erdwärmepumpen, Pelletheizungen, Elektro- und Luftwärmepumpen oder Solarthermie überzeugen dagegen nicht nur mit guten Heizeigenschaften, sondern werden teilweise sogar staatlich gefördert.

Diese umweltfreundlichen Heizungssysteme stehen Bauherren zur Verfügung:

1. Erdwärmepumpen
Wärmepumpen haben in Deutschland bei Neubauten wie Ein- und Zweifamilienhäusern bereits einen Marktanteil von 30 Prozent. Erd-, Luft- oder Wärmewasserpumpen werden im Eigenheim üblicherweise durch einen Elektromotor angetrieben, es gibt aber auch reine Elektrowärmepumpen, die mit Strom laufen. Erdwärmepumpen nutzen die Wärme aus den tiefen Bodenschichten, die mithilfe von Erdsonden oder Erdkollektoren erschlossen wird. Bauherren können sich über niedrigere Heizkosten freuen. Dem gegenüber stehen allerdings hohe Kosten durch die Erschließung der Wärmequellen, zum Beispiel durch eine Tiefenbohrung.

2. Luft- und Grundwasser-Wärmepumpen
Luftwärmepumpen nutzen den Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenluft. Dabei wird die Wärme der Luft über einen Verdampfer an ein Kältemittel übertragen, komprimiert und über einen Verflüssiger weitergegeben. Luftwärmepumpen können allerdings nur bis zu bestimmten Minusgraden arbeiten, bei Temperaturen unter -20 Grad Celsius muss eine elektrische Heizung einspringen. Wasserwärmepumpen nutzen die Temperaturdifferenz zum Grundwasser für die Wärmeerzeugung. Bauherren sollten vor der Installation allerdings die Qualität des Wassers testen, um sicherzustellen, dass die Anlage zuverlässig läuft.

3. Pelletheizungen und Kleinwindanlagen
Pelletheizungen funktionieren mit Holzpeletts, die aus Abfällen der holzverarbeitenden Industrie hergestellt werden. Für die Lagerung der Pellets sollte auf dem Grundstück oder im Haus ausreichen Platz zur Verfügung stehen. Kleinwindanlagen für das Eigenheim machen sich die Windkraft als regenerative Energie zu Nutze. Aufgrund ihrer Größe haben sie nur einen verschwindend geringen Einfluss auf die Umwelt – weder Mensch noch Tier werden beeinträchtigt. Die durch sie gewonnene Windenergie kann etwa für den elektrischen Betrieb von Wärmeanlagen verwendet werden und gilt dank niedriger CO2-Werte als sehr nachhaltig.

4. Mikro-Blockheizkraftwerke
Mikro-Blockheizkraftwerke (Mikro-BHKW) für das Eigenheim verbrennen Biomasse statt fossiler Rohstoffe. Sie decken den Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser – der Strom fällt als Nebenprodukt ab. Er kann dann selbst genutzt oder in das öffentliche Netz eingespeist werden. Mikro-BHKW haben nur einen geringen Platzbedarf – vergleichbar mit normalen Heizungen. Dadurch passen sie in nahezu jeden Keller, auch bei geringem Platzangebot.

5. Solarthermie
Solarthermie-Anlagen gehören aufgrund ihrer niedrigen CO2-Werte zu den nachhaltigsten Arten, um Energie zu gewinnen. Sie nutzen die Sonnenergie zur Wärmeerzeugung: In Kollektoren auf dem Dach befindet sich eine Wärmeträgerflüssigkeit, die durch Absorption der Strahlungsenergie aufgewärmt wird. Die gewonnene Energie wird dann zum Wärmespeicher transportiert, wo sie zu Wärme für die Warmwasserbereitung oder Heizungsunterstützung umgewandelt wird. Meist werden Solaranlagen an ein anderes Heizsystem gekoppelt, da die Sonnenstunden im Winter geringer ausfallen. Der Einbau einer Solaranlage wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Abfuhrkontrolle (BAFA) mit bis 35 Prozent der Kosten gefördert.

So können Bauherren nachhaltiger heizen

Quelle: OpenClipartVectors/Pixabay.com

Ist im neuen Eigenheim ein umweltverträgliches Heizungssystem verbaut, ist schon ein großer Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit geleistet. Doch auch das nachhaltige und richtige Heizen in den eigenen vier Wänden spielt eine zentrale Rolle, um Wärmeverluste möglichst gering zu halten und Wärmebrücken zu beseitigen. Eine Fußbodenheizung kann dabei helfen, denn sie heizt den Wohnbereich kontinuierlich und konstant auf die gewünschte Temperatur. Zudem verursacht sie rund 10 Prozent weniger Heizkosten verursacht. Passiv- oder Niedrigenergiehäuser sind bereits so angelegt, dass sie möglichst wenig Heizenergie verlieren. Dazu zählen eine gute Wärmedämmung, große Fensterfronten Richtung Süden, Dachflächen, die viel Sonne abbekommen, eine auf das Gebäude genau abgestimmte Heizungsanlage mit Solaranlage für die Warmwasserbereitung, Wärmeschutzfenster und ausgewählte Baumaterialien.

Eine gute Wärmeisolation der Außenwände in Neubauten senkt zwar den Energieverbrauch. Allerdings kann Feuchtigkeit schlecht wieder nach außen gelangen und Schimmelbildung begünstigen. Daher ist richtiges Lüften eine weitere wichtige Maßnahme. Kurzes Stoßlüften ist dem längeren Kipplüften vorzuziehen. Eine Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung tauscht die Ab- und Frischluft fortdauernd aus, senkt den Energiebedarf und begünstigt das Wohlfühlklima. Vorteile hat das auch für Allergiker, da durch die Wohnraumlüftung Pollen und Feinstaub, aber auch schlechte Gerüche praktisch nicht ins Haus gelangen.

Autor: Christian Schaar/S2 GmbH
Quelle: reputativ GmbH

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Bauen-Wohnen-Aktuell.de an. Sie schreibt als Journalistin über Hausbau, Inneneinrichtung, Energiesparen, Gartengestaltung, Pflanzen und Haustiere, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]

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