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Energieausweis und Sanierungstipps

Seitdem im Jahr die Energiesparverordnung eingeführt wurde, sind Haushalte, Betriebe und Industrie dazu angehalten, den Energieverbrauch zu überprüfen und Maßnahmen zu mehr Effizienz zu ergreifen. Darunter versteht man Verbesserungsaktivitäten, die zu einem geringeren Verbrauch beim selben Ergebnis führen.

Was ist der Energieausweis und was bringt er?

Möchte man ein Haus oder eine Wohnung verkaufen, ist ein Energieausweis vorzulegen. Dabei handelt es sich um ein Dokument, das alle wichtigen Informationen über den Energieverbrauch enthält. Durch den Energieausweis ist es leichter geworden, Immobilien miteinander zu vergleichen. Interessenten können auf einen Blick erkennen, mit welchen laufenden Kosten sie zu rechnen haben. Laut der Energiesparverordnung aus dem Jahr 2002 sind keine Gebäude mit einer Fläche von weniger als 50m2 von dieser Regelung befreit. Der Energieausweis darf unter anderem von Baumeistern, Ziviltechnikern, Heizungs- und Elektrotechnikern ausgestellt werden.

Der Energieausweis hilft beim Vergleich von Immobilien.
Der Energieausweis hilft beim Vergleich von Immobilien. Foto: Pixabay

Welche Informationen enthält der Energieausweis?

Der Energieausweis ist ein mehrseitiges Dokument. Auf der ersten Seite sind allgemeine Angaben zu finden, unter anderem:

  • Adresse
  • Bei Mehrparteienhaus: Anzahl der Wohnungen
  • Informationen über Energieträger bei Warmwasser und Heizung
  • Baujahr
  • Bei Energieausweisen ab dem Jahr 2009: Lüftungskonzept und Verwendung von erneuerbarer Energie

Außerdem erhält man auf der ersten Seite eine Information darüber, ob es sich um einen Bedarfs- oder Verbrauchsausweis handelt. Beim Bedarfsausweis handelt es sich um eine rechnerische Ermittlung des Energieverbrauchs. Man zieht Faktoren wie Bauweise, Witterungseinflüsse, Nutzung, Haustechnik, Dämmung und Ausrichtung des Hauses in Betracht. Beim Verbrauchsausweis wird wie der Name schon sagt der tatsächliche Verbrauch über einen Zeitraum von drei Jahren gemessen. Die für einen potentiellen Käufer wichtigsten Zahlen, nämlich den Energieverbrauch findet man im Verbrauchsausweis auf der dritten und im Bedarfsausweis auf der zweiten Seite.

Energieeffizienzklassen – ein Überblick

Eine übersichtliche Skala gibt einem Interessenten auf einen Blick Auskunft darüber, ob es sich bei dem zum Verkauf stehenden Objekt um einen Energiefresser oder ein Haus mit moderatem Energieverbrauch handelt. Auf der linken Seite ist die Skala grün eingefärbt, bei den Klassen A und A+ handelt es sich um die bestmöglichen Bewertungen. Diese Immobilien punkten mit einem niedrigen Verbrauch von unter 30 kWh/m2 (bei A+) oder 30 bis 50 kWh/m2 (bei A). Wenn Sie sich für ein Haus in der Kategorie A+ entscheiden, sind die Energiekosten mit 2 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche relativ gering. Bei einem Objekt im gelben Bereich mit einem Verbrauch von 100 bis 130 30 kWh/m2 (entspricht Klasse D) müssen sie hingegen mit sechs Euro pro Quadratmeter rechnen. Häuser der Klassen G (Verbrauch 200 bis 250 30 kWh/m2) und H (mehr als 250 30 kWh/m2) gelten aufgrund der hohen Energiekosten von mehr als 11 Euro pro Quadratmeter als problematisch.

Einmal Energiefresser – immer Energiefresser?

Energieeffizienz ist nicht nur ein Thema, wenn man sein Haus oder die Wohnung verkaufen möchte. Auch wachsende Kosten für Heizung und Warmwasser führen dazu, dass sich immer mehr Menschen darüber Gedanken machen, wie man langfristig sparen kann. Bei einer Vor-Ort-Energieberatung nehmen Experten das Objekt genau unter die Lupe. Die Profis identifizieren Energiefresser sofort und erstellen einen Maßnahmenkatalog, wie man die Effizienz verbessern kann. Gerade bei älteren Häusern werden in der Regel umfassende Sanierungsarbeiten empfohlen. Dazu zählen die folgenden wichtigen Themen:

  • Umwandlung in ein Passivhaus – dieser Typ erzeugt den Großteil der benötigten Energie selbst – ein Umbau kann jedoch sehr hohe Kosten mit sich bringen
  • Wärmedämmung: gerade in Altbauten ist die Dämmung oft mangelhaft. Eine gute Dämmung verringert nicht nur die Heizkosten, auch der Wohnkomfort sinkt
  • Erst nach der Sanierung der Wärmedämmung ist ein Umbau der Heizung zu empfehlen. Die modernste Anlage bringt unterm Strich nichts, wenn wertvolle Heizluft ungehindert nach außen gelangt
  • Alternative Heizung in Betracht ziehen – der Einbau einer Solaranlage ist auch im Zuge einer Sanierung möglich

Musterschüler unter den Energiesparhäusern

Das bereits erwähnte Passivhaus punktet mit einem extrem niedrigen Energieverbrauch. Das Nullenergiehaus wirtschaftet noch besser, wie der Name schon sagt kommen diese Modelle völlig ohne externe Stromquelle aus. Der gesamte Jahresbedarf an Warmwasser und Wärme wird durch moderne Anlagen wie Photovoltaik oder Kraft-Wärme-Koppelung selbst erzeugt. Das Energie-Plus-Haus geht noch einen Schritt weiter und produziert mehr Strom als verbraucht wird. In die Berechnung werden nicht nur Warmwasser und Heizung, sondern auch der gesamte im Haushalt verbrauchte Strom mit einbezogen. Bei diesem Typ Haus dient das Stromnetz als Speicher. Ein energieautarkes Haus verfügt zusätzlich über Akkumulatoren mit einer Speicherkapazität. Meistens wird im Sommer mehr Strom erzeugt als verbraucht, den Überschuss verwenden energieautarke Häuser im Winter, wenn die Heizung läuft. Da die Kosten für einen zusätzlichen Speicher relativ hoch sind, kommen diese Häuser meist nur in entlegenen Gegenden zum Einsatz. Alle genannten Haustypen müssen über eine ausgezeichnete Wärmedämmung und modernste Anlagen verfügen. Außerdem wird bei der Errichtung auf die Ausrichtung geachtete, die großen Fenster im Wohnbereich zeigen in Richtung Süden um eine natürliche Erwärmung zu ermöglichen.

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