Montag , 8. August 2022
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Warum ein barrierefreies Bad für alle Generationen sinnvoll ist

Komfort und Sicherheit für alle Generationen – das ist der Vorteil, den ein barrierefreies Badezimmer mit sich bringt, ganz unabhängig vom Alter. Immer mehr Bauherren, Planer und auch Personen, die renovieren oder sanieren, entscheiden sich dafür. Es steigert nicht nur die Sicherheit, sondern auch den Wert einer Immobilie.

„Im Mittelpunkt der Barrierefreiheit steht eine bodengleiche und geräumige Dusche“, erklärt Carolin Heß, Vertriebsmanagerin der Ausstellungen beim Fachhandelsunternehmen REISSER. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass barrierefreie Lösungen in den Beratungsgesprächen mit Verbrauchern und auch bei den Handwerkspartnern zunehmend nachgefragt werden. Bei der Gestaltung ist eine vorausschauende Planung wichtig – erst recht, wenn es sich um Bestandsbäder handelt. „Mit Hilfe von moderner Technik und innovativen Ideen lässt sich jede Badsituation altersgerecht gestalten.“

Wichtigster Aspekt beim barrierefreien Badezimmer: Der Fußboden im Bereich der Dusche sollte möglichst bodengleich sein. Dafür eignen sich spezielle Duschwannen von diversen Markenherstellern oder auch eine ebenerdige Lösung, die aus einer gefliesten Dusche mit entsprechender flacher Duschrinne als Ablauf besteht. Heß: „Bei Altbauten oder bestehenden Betonbodenplatten scheint das im ersten Moment zu Problemen zu führen. Doch es gibt am Markt inzwischen praktische Lösungen zum Nachrüsten, beispielsweise eine integrierte Pumpe in Form einer Fliese, die das Duschwasser in die vorhandene Abwasserleitung hochpumpt.“

Barrierefreiheit im Bad steigert nicht nur die Sicherheit, sondern auch den Wert einer Immobilie
Foto: REISSER

Barrierefrei, alters-, behinderten- oder rollstuhlgerecht

Was tun, wenn jemand auf sein entspannendes Schaumbad nicht verzichten möchte, dabei aber gleichzeitig das Thema Barrierefreiheit berücksichtigen will? „In so einem Fall lässt sich eine Wanne mit tiefem Einstieg und Tür einbauen“, erklärt Heß. Eine Alternative ist die Installation eines rollstuhlgerechten Hebesitzes, der nachträglich und ohne großen Aufwand in die bestehende Wanne integriert werden kann.

Rutschsichere Fliesen, ein stabiler Haltegriff und ein klappbarer Sitz in der Dusche – diese Ausstattung gibt den Menschen zusätzliche Sicherheit. In einem barrierefreien Bad darf es keinerlei Stufen oder Stolperfallen geben. Dies lässt sich insbesondere bei einem Neubau leicht realisieren. Ein absolutes Muss ist ein rutschfester Boden, bei Fliesen sollte die Rauigkeit mindestens die Klasse 10 aufweisen.

Altersgerecht ist darüber hinaus ein etwas höher hängendes WC. Es erleichtert das Hinsetzen und Aufstehen und bietet auch bei der Reinigung viele Vorteile. Toilettenpapier genau wie die WC-Bürste müssen für den Nutzer einfach erreichbar sein. Ein unterfahrbarer Waschtisch ist sinnvoll, falls ein Hinsetzen beim Waschen notwendig ist. Und Einhebel- oder Automatik-Armaturen erleichtern die Bedienung.

Einfache Veränderungen – deutliche Optimierung

„Soll das Badezimmer nicht nur barrierefrei, sondern auch behinderten- oder rollstuhlgerecht sein, müssen weitere Anforderungen erfüllt werden“, betont Carolin Heß. So sind beispielsweise größere Abstände und Radien für die Bewegung mit Rollator oder Rollstuhl einzuplanen. Entsprechende Richtlinien für Flächen und Höhen gibt eine DIN-Norm vor, die für private Bauherren jedoch nicht bindend ist. Finanzielle Unterstützung beim Umbau kann es durch die Pflegekasse geben, je nach geplanter Maßnahme sind auch KfW-Förderungen möglich. Diese müssen jedoch im Vorfeld der Arbeiten genau geprüft und beantragt werden. „In vielen Fällen reichen schon einfache Veränderungen aus, um eine deutliche Optimierung zu erreichen“, sagt Heß. Mit einer ebenen Dusche, einem hohen WC und einem unterfahrbaren Waschbecken ohne Unterschrank ist schon viel geschafft.

Nicht nur für Senioren: Carolin Heß hat die Erfahrung gemacht, dass barrierefreie Bäder inzwischen auch bei Jüngeren gut ankommen und in Familien immer beliebter werden. „Ein barrierefreies Bad ist nicht nur für ältere Menschen sinnvoll. Bodengleiche Duschen sehen gut aus und sind bei den Kunden äußerst beliebt. Außerdem bietet ein Boden ohne Stufen auch für jüngere Menschen mehr Sicherheit – erst recht für Kinder.“ Bei Neubauten liegt das barrierefreie Bad absolut im Trend. Denn es ist komfortabel, zukunftsorientiert und dank innovativer Lösungen auch optisch ansprechend.

Quelle: REISSER AG

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Bauen-Wohnen-Aktuell.de an. Sie schreibt als Journalistin über Hausbau, Inneneinrichtung, Energiesparen, Gartengestaltung, Pflanzen und Haustiere, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]

One comment

  1. Vielen Dank für diesen Beitrag über barrierefreie Bäder. Es ist ein guter Hinweis, dass man eine eine Wanne mit tiefem Einstieg und Tür einbauen kann, wenn man nicht auf die Badewanne verzichten sind. Ich möchte mein Bad altersgerecht umbauen, weil meine Mutter zu mir zieht und wollte mich informieren, wie ich trotzdem eine Badewanne behalten kann.

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