Sonntag , 7. März 2021
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Richtiges Lüften vermeidet Schimmelbildung und spart Heizkosten

Gerade jetzt zu Corona Zeiten ist das Lüften neben den AHA-Regeln äußerst wichtig. Doch nicht nur wegen Corona ist Lüften besonders wichtig. Lüften sorgt für ein gesundes Raumklima und vermeidet Schimmel. Doch Lüften ist nicht gleich Lüften. Es gibt durchaus Unterschiede in der Art der Lüftung und auch Raumunterschiede. Aber wie wird richtig gelüftet und worauf sollte man achten?

Stoßlüften

Lüften ist nicht nur in Corona Zeiten wichtig.
Foto: Bildarchiv ARKM

Als erstes gilt Stoßlüften. Bei dauerhaft gekippten Fenstern, gerade im Winter, findet kein wirklicher Luftaustausch statt. Feuchte Luft wie nach dem Duschen, Kochen oder im Schlafzimmer bleiben im Raum, was natürlich die Schimmelbildung begünstigt. Die Wände kühlen ebenfalls aus, dadurch steigt zusätzlich der Energieverbrauch, weil die Heizung nicht nur die Raumluft erwärmen muss. Viele schlafen auch im Winter mit geöffnetem Fenster oder zumindest mit gekippten Fenster denn wir alle wissen, dass sauerstoffreiche Raumluft für einen guten Schlaf sorgt. Doch nicht alle mögen mit offenem Fenster schlafen. Deshalb ist es wichtig, morgens nach dem Aufstehen, die feuchte Atemluft raus zu lassen. Eine intensive Stoßlüftung mit weit geöffnetem Fenster nach dem Aufstehen ist daher sinnvoll. Beim Stoßlüften ab und an auch mal “Durchzug” machen. Der Luftaustausch ist dann wesentlich größer. Wer nachts mit gekippten Fenster schläft, sollte diese tagsüber allerdings geschlossen halten.

Feuchte Räume

In feuchten Räumen wie Badezimmer und Küche kann in kurzer Zeit viel Feuchtigkeit anfallen. Um Schimmel im Bad zu vermeiden, sollten Sie nach dem Duschen oder Baden direkt intensiv lüften, indem Sie das Fenster weit öffnen. Halten Sie die Türe geschlossen, um die Feuchtigkeit nicht im Rest der Wohnung zu verteilen. Duschvorhänge und nasse Wände begünstigen zusätzlich noch die Schimmelbildung. Befreien Sie Kacheln und Duschwände von Feuchtigkeit mit einem Fensterleder oder einem Fensterwischer. Vermeiden Sie textile Duschvorhänge, an denen sich Schimmel bilden kann. Gibt es in Ihrem Bad oder in der Küche keine Lüftungsmöglichkeit über ein Fenster, lassen Sie die Tür zum beheizten Innenraum offen und lüften Sie über ein anderes Fenster. Schließen Sie allerdings Türen zu weniger beheizten Räumen.

Fensterbänke frei lassen fürs Lüften

Kleiner Tipp: Lassen Sie Fensterbänke weitestgehend frei zum Lüften, beispielsweise dann, wenn Sie keine Balkontür zum Lüften haben. So brauchen Sie nicht jedesmal die Fensterbank abzuräumen, wenn Sie lüften wollen. Steht die Fensterbank voll, neigt man eher dazu, das Fenster nur zu kippen anstatt es weit aufzumachen.

Nicht zum Fenster raus heizen

Sparen an der falschen Stelle ist auch beim Thema Energieverbrauch gefragt. Auch ungenutzte Räume und auch das Schlafzimmer sollten, um Schimmelbildung zu vermeiden, geheizt werden. Die Wohnraumtemperatur sollte nicht unter 16 Grad fallen. Wenn sich die Wände auskühlen, entsteht Schimmel. Drehen Sie die Heizkörper beim Lüften runter. Nach dem Stoßlüften wird die Wohnung schnell wieder warm. Schließlich sollen Sie ja nur 5-10 Minuten lüften. Dies ist allerdings Temperaturabhängig. Das heißt: Je höher die Außentemperatur, desto länger muss gelüftet werden, um einen optimalen Luftaustausch zu bekommen. Dabei ist Querlüften am effektivsten. Vermeiden Sie also ständig gekippte Fenster.

Lüften bei Erstbezug nach Hausbau oder Sanierung

Gerade bei einem Neubau oder einer Immobiliensanierung kann vermehrt Feuchtigkeit in den Wohnräumen auftreten. Der Baufeuchte sollten Sie durch häufiges und intensives Stoßlüften entgegen wirken. Bis die Baufeuchte aus der Wohnung ist, kann es allerdings 1-2 Jahre dauern. Das heißt leider auch, dass Sie in dieser Zeit mit höheren Heizkosten rechnen müssen. Ein Hygrometer warnt Sie vor zu viel Feuchtigkeit.

Beim Wäschetrocknen mehr Lüften

Um Schimmelbildung zu vermeiden, sollte grundsätzlich keine Wäsche in der Wohnung getrocknet werden. Wenn Ihnen Trocknungsräume zur Verfügung stehen, nutzen Sie diese, auch wenn es lästig ist. Bleibt Ihnen keine andere Wahl, achten Sie darauf, dass Sie die Wäsche in einem Raum trocknen, den Sie schließen können. Hier sollten Sie dann das Fenster auf Kipp stellen und die Heizung anstellen. Die Warme Luft transportiert die Feuchtigkeit durch das gekippte Fenster nach draussen. Das ist zwar nicht energieeinsparend, aber Sie vermeiden so die Schimmelbildung. Falls Sie sich einen Wäschetrockner anschaffen möchten, ist ein Kondenstrockner die bessere Wahl, wenn Sie den Abluftschlauch nicht nach außen führen können. Im Sommer trocknen Sie die Wäsche am besten draußen an der frischen Luft, wenn Sie die Möglichkeit dazu haben. Die Sonne übernimmt dabei die Energiekosten für Sie.

Autor: Alexandra Rüsche

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Bauen-Wohnen-Aktuell.de an. Sie schreibt als Journalistin über Hausbau, Inneneinrichtung, Energiesparen, Gartengestaltung, Pflanzen und Haustiere, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]

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